"Eine Rettungsgasse bilden – In Deutschland ist das Pflicht"
Während einer Unfallsituation muss schnell gehandelt werden. Das gilt nicht nur für die Rettungskräfte. Gerade auf Autobahnen kommt es durch Unfälle vermehrt zu Stau. Um den Rettungskräften eine schnelles und reibungsloses Erreichen der Unfallstelle zu gewährleisten, besteht in Deutschland die Pflicht der Bildung einer Rettungsgasse. Der folgende Text klärt, wie diese korrekt gebildet wird und welche Strafen bei einer Missachtung folgen.
Das Ertönen eines lauten Martinshorns und das blinkende Licht lösen in vielen Verkehrsteilnehmern den Reflex aus, den Rettungskräften Platz zu schaffen. Laut Straßenverkehrsordnung müssen diese das auch, denn in Deutschland besteht die Pflicht zur Bildung einer Rettungsgasse. Damit diese aber nicht im Chaos endet und die Gassen für Feuerwehr und Krankenwagen tatsächlich befahrbar sind, muss die Reflexhandlung in rationalen Bahnen gelenkt werden. Daher sieht die StVO die Bildung einer Rettungsgasse nicht nur vor, wenn ein Rettungswagen heranfährt. Schon im Falle eines Staus muss vorausschauend eine Rettungsgasse gebildet werden. Oft wird diese Vorschrift von Autofahrern vergessen oder sogar missachtet. In einer Unfallsituation können die, für die Bildung der Rettungsgasse aufgewandten Minuten, Leben retten. Beginnt die Bildung der Rettungsgasse jedoch erst mit Einfahrt der Rettungskräfte, kann wichtige Zeit verloren gehen.
Autobahnen und einige Landstraßen verfügen über einen Standstreifen. Dieser darf zwar mit der Hälfte des Fahrzeugs befahren werden, jedoch muss ein Teil des Standstreifens freigehalten werden. Zudem muss sich Autofahrer, je nachdem, ob sie sich auf der Autobahn oder Innenstadt befinden, unterschiedlich verhalten. Innerhalb einer Stadt ist meist wenig Platz vorhanden. Oft bestehen die Straßen nur aus einer Spur, auf der sich viele Fahrzeuge befinden. Diese müssen daher so weit wie möglich an den rechten Straßenrand fahren, wenn eine Rettungsgasse zu bilden ist. Zudem gilt:
● Achten Sie auf den restlichen Straßenverkehr – fahren Sie gegebenenfalls noch ein paar Meter weiter, um Fahrzeugen hinter Ihnen zu ermöglichen, ebenfalls Platz zu machen.
● Richten Sie Ihr Fahrzeug parallel zur Fahrbahn aus – ein herausragendes Heck kann die Rettungsgasse unpassierbar machen.
● Stehen Sie an einer roten Ampel, können Sie einige Meter in die Kreuzung vorfahren, damit die anderen Fahrzeuge besser rangieren können – Fußgänger und Fahrradfahrer müssen hier auf ihren Vorrang verzichten.
● Nutzen Sie Ihre Blinker: Damit signalisieren Sie den Einsatzfahrzeugen, in welche Richtung Sie Platz machen wollen.
Besteht die Fahrbahn aus einer zweispurigen Straße, müssen alle Fahrzeuge, die die linke Spur nutzen, so weit wie möglich an den linken Straßenrand fahren. Fahrzeuge, die die rechte Spur nutzen, müssen hingegen an den rechten Straßenrand fahren. So entsteht zwischen beiden Spuren eine Rettungsgasse. Gleiches gilt auch für Autobahnen oder Straßen, welche aus drei oder mehr Spuren bestehen. Autos und Lkw, die sich auf der linken Spur befinden, fahren so dicht wie möglich an den linken Fahrstreifenrand. Die Fahrzeuge auf allen anderen Spuren drängen hingegen nach rechts.
Die Missachtung der Vorschriften kann zu Geldstrafen führen. In einigen Fällen folgt ein Punkt in Flensburg. Personen, die demnach keine Rettungsgasse bilden, müssen mit einem Bußgeld von 20 Euro rechnen. Ein Bußgeld von 20 Euro wird zusätzlich verhängt, sobald ein Verkehrsteilnehmer die Einsatzfahrzeuge behindert und somit das Erreichen des Unfallortes verzögert. Noch teurer wird es für Personen, die in einer Rettungsgasse auf der rechten Spur überholen. In der Regel folgt dann neben 100 Euro Bußgeld auch ein Punkt in Flensburg.
Weitere Informationen zum Thema „Rettungsgasse bilden“ finden Sie hier. Zudem bietet das kostenlose Ratgeberportal www.bussgeldkatalog.org viele weitere Ratgeber, Informationen und Bußgeldkataloge zu verschiedenen Themen des Verkehrsrechts.

Über den Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V.
Der VFBV. e. V.  wurde im März 2014 vom Anwalt Mathias Voigt gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht Fragen und Unklarheiten aus dem Verkehrsrecht zu beantworten und zu beseitigen. Hierfür veröffentlicht der VBFV e. V. Rechtsbeiträge zum Verkehrsrecht auf den Portalen bussgeldkatalog.org, bussgeldrechner.org und bussgeld-info.de.
Übergeordnetes Ziel ist es, umfassende Informationsportale zu schaffen, auf denen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über sämtliche Aspekte des Verkehrsrechts in Deutschland informieren können.

Am gestrigen Samstag den 25. März 2017 fand bei der Firma Steiner in Siegen Fludersbach eine tolle Aktion mit der Firma: Nadelzauber de Luxe statt. Thema dieser Veranstakltung und Aktion war es, möglichst viele Fahrzeugen der Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie Private-Fahrzeuge mit einer Beschriftung "Rettungsgasse bilden" zu versehen, um somit das große und immer aktuelle Problem von Rettungsgassen für Retter bekannt zu machen. Insgesamt wurden 115 Privatfahrzeuge, 4 LKW und 25 Einsatzfahrzeuge beklebt. Weitere 194 Aufkleber wurden zum selbst anbringen gegen eine geringe Schutzgebühr verkauft. Die Aktion übertraf damit alle Erwartungen der Initiatoren.

Darüber hinaus wurde auf das zunehmende Problem der Gewalt gegen Retter aufmerksam gemacht. Auch hierzu konnten Aufkleber und T-Shirts zu einem sehr geringen Entgeld erworben werden.

Wir die Feuerwehr Siegen haben diese sehr gute Aktion gerne unterstützt und bedanken uns bei der Firma: Nadelzauber de Luxe recht herzlich.