Was ist ein Notfall?

Gute Frage

Was ist eigentlich ein Notfall? Ja, das ist in der Tat eine gute Frage. Auf die es erst einmal keine eindeutige Antwort geben kann. Denn ein Notfall ist immer auch eins: Ansichtssache.
 

Manchmal ist es eindeutig ...

Schwere Unfälle, bei denen Menschen bewusstlos oder mit klaffenden Wunden aufgefunden werden – hier wird wahrscheinlich jeder einen Notfall erkennen. Auch Herzinfarkte oder Schlaganfälle zählen zu den Notruf-Situationen. (Doch erkennt ein Mensch ohne medizinische Ausbildung einen solchen Notfall immer sofort? Bereits erste Anzeichen sollten am besten untersucht werden, denn dann kommt es vielleicht gar nicht erst zu lebensgefährlichen Situationen.)
 

... manchmal aber auch nicht

Aber auch ein Jugendlicher, der das erste Mal einen "über den Durst" getrunken hat und seinen Eltern Sorgen bereitet, kann sich für diese als Notfall darstellen. Oder eine Unwetterlage, die einer betagten Person große Angst bereitet.
 

Definition

§ 2 Abschnitt 1 des Rettungsgesetzes NRW besagt: "Notfallpatientinnen und Notfallpatienten sind Personen, die sich infolge Verletzung, Krankheit oder sonstiger Umstände entweder in Lebensgefahr befinden oder bei denen schwere gesundheitliche Schäden zu befürchten sind, wenn sie nicht unverzüglich medizinische Hilfe erhalten."
 

Unsicher? – Handeln!

Wichtig ist: Wenn Sie das Gefühl haben, etwas stimmt nicht (mit Ihnen selbst, Ihrem Kind, Ihrem Ehepartner ...): Zögern Sie nicht zu lange, greifen Sie zum Hörer und rufen Sie die 112 – dafür sind wir da. Wir hören uns Ihr Anliegen an und geben Ihnen eine Rückmeldung.

Im Zweifelsfall werden wir immer jemanden zu Ihnen schicken, der sich vor Ort ein Bild von der Lage macht. Und hilft. Manchmal reicht auch schon ein guter Rat am Telefon. Vertrauen Sie bitte auf die Kompetenz unserer Mitarbeiter in der Kreisleitstelle, die Ihren Anruf entgegennehmen.
 

Bitte einmal drüber nachdenken

Eins möchten wir an dieser Stelle jedoch auch anführen – und vielleicht ein bisschen zum Nachdenken anregen: Insgesamt ist die Anzahl der Rettungsdienst-Einsätze seit Jahren tendenziell eher steigend. Die demografische Entwicklung ist jedoch rückläufig. Weniger Menschen, mehr Einsätze? Wie passt das zusammen? Werden wir immer kränker? Nein. Aber wir verändern uns. Unser Anspruchsdenken.

Ein Beispiel: Da wählt jemand den Notruf, weil er oder sie sich mit einem Hammer auf den Daumen geschlagen hat und der Finger jetzt dick und blau ist. Natürlich tut das weh. Aber ist das ein Fall für den Notruf? Ist das ein "Notfall"? Die Person möchte ins Krankenhaus gefahren werden. Damit blockiert sie aber auch einen Einsatzwagen, der vielleicht Minuten später zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, zu einem bewusstlosen Kind oder einem schlimmen Autounfall gerufen wird. Dieser fehlt dann dort, wo es um Leben und Tod geht. Das sollte zumindest jedem bewusst sein.
 

Nichtsdestotrotz

Im Zweifel lieber einmal zuviel angerufen als zu wenig. Wir sind rund um die Uhr für Sie da. Unter der 112.