Not macht erfinderisch: Im Laufe der Jahre hat es schon einige eigenwillige medizinische Mittel oder Brandschutzmaßnahmen gegeben. Denn Dinge wie moderne Atemschutzgeräte waren lange nicht erfunden. Und so half man sich eben mit alternativen Methoden. Von nachahmenden Selbstversuchen ist abzuraten.
 

"Anti-Qualm-Rezeptur" 1880

Die sogenannte Brandstellenanweisung des Jahres 1880 beinhaltete unter anderem Tipps gegen körperschädigende Einsatzfolgen. Wer viel Qualm geschluckt hat und sich krank fühlt, sollte viel kohlesäurehaltiges Bier trinken und frische warme Semmeln essen. Der erhoffte Effekt dieser eigentümlichen Medizin: starkes Aufstoßen, das den Rauch aus dem Magenbereich befördern sollte.
 

Fleisch und Semmeln aufs Auge

Ebenfalls aus der Zeit um 1880 stammt ein weiterer Tipp für durch Brandeinsätze gebeutelte Feuerwehrmänner: Gerötete Augen seien am besten mit rohem Fleisch und in Milch aufgeweichten Semmeln zu bedecken – das war dann vielleicht nicht so ein ansehnlicher Anblick, aber die empfindlichen Rötungen soll es bekämpft haben.
 

Bart-Pflicht

Um 1855 war außerdem bei Feuerwehrmännern Bartpflicht angesagt. Der Grund: Die vollen Rauschebärte sollten ihnen im Brandeinsatz als Atemschutz dienen – nass gemacht und in den Mund gesteckt. Im besten Fall wurde als zusätzlicher Filter noch ein Taschentuch hinzugenommen. Im Laufe der Zeit haben sich die Atemschutztechniken glücklicherweise um einiges verbessert.